Von Säulen und Toren veröffentlicht am 16.02.2012 um 00:00:00 von Rondrer
Da Bagdadsoftware ja eine multimediale Seite ist, hab ich mir gedacht ich behandel etwas, was bisher ziemlich kurz kam: Bücher. Um das ganze allerdings noch radikaler zu gestalten, haben die Bücher nicht im geringsten etwas mit Spielen zu tun. Und sie passen auch nicht mal in meinen normales Beuteschema was Bücher angeht, wobei ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich die letzten Jahre eh kein einziges nicht-Fachbuch gelesen hab. Und um dem ganzen noch eine Krone aufzusetzen handelt es sich um 2 Romane, die mir meine Mutter zum lesen gegeben hat. Denkbar schlechte Vorraussetzungen um mir gefallen zu können ;).
Es handelt sich übrigens um den historien Roman die Säulen der Erde (Pillars of the Earth) und seinen Nachfolger die Tore der Welt (World Without End) von Ken Follett.
Handlung
Über die Handlung der beiden Bücher möchte ich nicht allzuviel schreiben, da selbst der Klappentext und auch die meisten Kurzzusammenfassungen, die man so liest, schon jeweils die ersten Kapitel der Bücher spoilern. Nur soviel: "Die Säulen der Erde" spielt im England des 12. Jahrhunderts größtenteil in einem Kloster names Kingsbridge, dem sich anschließenden Ort mit gleichem Namen und der Gegend außenrum. Die Handlung wird aus der Sicht einer Hand voll Hauptcharakteren beschrieben, die im Laufe des Buches von ihrer Jugend bis ins hohe Alter begleitet werden. Diese bestehen aus einem frommen Mönch, mehreren Steinmetzen und Baumeistern, deren Familien und den beiden Kindern eines Grafen. Zusätzlich gibt es noch die Antagonisten als Hauptpersonen, die jeweils auch das Leben der Hauptcharaktere begleiten, aus deren Sicht wird die Geschichte aber nur selten erzählt.
Die Handlung von "die Tore der Welt" spielt 200 Jahre später am gleichen Ort. Auch sind einige der Hauptcharaktere Nachkommen der Leute aus dem ersten Buch, ansonsten ist die Handlung aber, abgesehen von gelegentlichen Erwähnungen der Vergangenheit, eigenständig.
Die Handlung beider Bücher umfasst eine Menge verschiedener Themen. Es geht um das Leben einfacher Handwerker und Bauern, das Leben innerhalb der Klostermauern aber auch, wie es auf Burgen des niederen und mittleren Adels sowie am Hofe des Königs zu geht. Es geht um die Lebensträume der Menschen, um Armut und Hunger, die Schrecken des Krieges, um rachsüchtige Herrscher, um die Pest, um Handwerkskunst, um den Glauben der Menschen und noch vieles, vieles mehr.
Historischer Hintergrund
Obwohl die meisten Personen und Orte der Geschichte erfunden sind, so entsprechen doch die "größeren" Rahmenhandlungen der Realität. "Die Säulen der Erde" spielt zur Zeit des Erbfolgekrieges um den englischen Königsthron, nachdem der legitime Thronfolger beim Schiffsunglück des White Ships umgekommen ist. Ken Follett schafft es in meinen Augen sehr gut, diese geschichtlichen Details mit der persönlichen Geschichte der Charaktere zu verweben. Die Auseinandersetzungen um die Krone bleiben nicht ohne Folge für die Geschichte und vorallem als dann der offene Krieg ausbricht befinden sich manche Hauptpersonen mitten drin.
"Die Tore der Welt" spielt auch wieder zur Zeit eines Krieges, diesmal dem hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich, bei dem es, wie könnte es anders sein, auch wieder um die Erbfolge ging, diesmal aber die des französischen Königs. Besonders die Schlacht von Crécy wird im Detail geschildert.
Einschätzung
Wie oben schon geschildert, war ich doch sehr skeptisch was die Bücher angeht, doch hab ich die jeweils über 1200 Seiten letztendlich in relativ kurzer Zeit durchgeackert. Dass ich sehr viel in Bus und Bahn unterwegs bin, kam dem selbstverständlich sehr entgegen, doch auch daheim hab ich viel gelesen. Zum einen kommt doch des öfteren Spannung auf, die einen ermutigt weiterzulesen und zum anderen gefällt mir Ken Folletts Stil irgendwie ziemlich gut. Er beschreibt die Dinge mit sehr vielen Details und einem anscheinend sehr großen geschichtlichen Wissen, was nicht nur die Großereignisse angeht, sondern auch was das Leben in der damaligen Zeit betrifft. Klar, ich kann nicht einschätzen inwiefern die Dinge der Wirklichkeit entsprechen aber zumindest wirkt es sehr realistisch ;). Man hätte sich bestimmt auch ein bisschen kürzer fassen können, aber ein großes Problem sehe ich darin nicht.
Auf jedenfall hab ich das lesen nicht bereut, doch nach den zwei dicken Wälzern werden die nächsten Bücher bestimmt was völlig anderes werden. Zumindest wurde bei mir die Wunsch nach nem Kindle entfacht, diese fetten Bücher aus totem Baum find ich mitlerweile echt unpraktisch und archaisch. Ein Tablet mit herkömmlichen LCD (oder auch OLED) Display käme mir für diesen Zweck aber nicht in Frage, da könnte ich nicht sehr lange am Stück lesen.
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