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Verfasst von Christoph "Sicarius" Hofmann Am 20.06.2013 um 00:00 Kategorien: Bücher, Filme & mehr |
Bevor ich anfange einen Eintrag zu schreiben, habe ich normalerweise eine ziemlich genaue Vorstellung worüber ich schreiben möchte. Aber wie heißt es so schön? Selbst der beste Plan fällt beim ersten Feindkontakt in seine Bestandteile zusammen. So auch bei mir und dem Eintrag am Montag. Ursprünglich wollte ich das Thema nur als Einleitung benutzen und dann wurden am Ende zwei Seiten und damit ein eigener Eintrag draus. Kommen wir also stattdessen heute zu dem, worüber ich eigentlich reden wollte: Yamamoto Isoroku (1884-1943) Ihr erinnert euch vielleicht noch an den Film Panzerschiff Graf Spee. Darin ging es zum einen um die letzte Feindfahrt des Schiffes, gleichzeitig aber auch um Hans Langsdorff, den Kapitän des Schiffs. Ein Mann, den man definitiv nicht in die typische Nazi-Ecke schieben kann, sondern selbst im Ausland bis heute einen guten Ruf genießt. Was das nun mit Yamamoto Isoroku zu tun hat? Nun, zum einen war auch er bei der Marine während des Zweiten Weltkriegs. Allerdings in der Position des Oberkommandierenden der Vereinigten Flotte der Kaiserlichen Marine. Also definitiv ein paar Gehaltsstufen höher als Langsdorff. Zum anderen war auch er nicht gerade der blutrünstigste Geselle (obwohl er durchaus auch ein paar Soldatenleben auf dem Gewissen hat), sondern war zuerst strikt gegen die Unterzeichnung des Dreimächtepakts mit Deutschland und setzte bis zum Ende seines Lebens alles daran den Frieden mit den Amerikanern wieder herbeizuführen. Das ist insofern Paradox, als dass er der Mann hinter einem ganz bestimmten Großereignis des Jahres 1941 ist. Ja, wir reden wieder einmal vom Überfall auf Pearl Harbor. Entsprechend sind die Amerikaner bis heute nicht so gut auf ihn zu sprechen. Wenig verwunderlich, dass der Einsatz, der schlussendlich zum Tod von Isoroku führte, Operation Vengeance getauft wurde. Die Mission wurde am 18. April 1943 durchgeführt. Dem Widerstand seiner Berater zum Trotz war Isoroku in einem Bomber mit minimalem Geleitschutz unterwegs zu einer Truppvisite in den nördlichen Salomonen. Aus unerfindlichen Gründen (manche Historiker sprechen von Verrat), wurde der Flugplan vorab per Funk übermittelt, von den Amerikanern abgefangen und rechtzeitig entschlüsselt. Die schickten aufgrund der Wichtigkeit eines Erfolges gleich 18 Flieger los und machten kurzen Prozess. Der Admiral war tot, bevor seine Maschine auf dem Boden einschlug. Die Rationalisierung Jetzt ist die spannende Frage natürlich wie der Admiral nicht nur den Angriff auf Pearl Harbor, sondern auch alle folgenden Operationen gegen die Amerikaner im Pazifikkrieg für sich gerechtfertigt hat. Wie erwähnt, wollte er im Gegensatz zu einem Großteil des japanischen Volkes Frieden haben. Warum war das Volk so scharf auf Krieg? Nun es waren Militärs an der Macht, die Wirtschaft war im Eimer (Krieg ist immer gut für die Wirtschaft) und die Euphorie im Lande war dank der Erfolge im bereits seit 1937 laufenden zweiten Japanisch-Chinesische Krieg groß. Als dann trotz allen Widerstands der Marine am Ende doch der Dreimächtepakt mit Deutschland, Italien und der Sowjetunion unterzeichnet wurde, wurde der Pazifikkrieg vorbereitet. Auch die Amerikaner waren bereits fleißig dabei sich auf die Schlacht vorzubereiten, vor allem weil die Spannungen zwischen Japan und China dazu führten, dass die Sache mit dem Öl nicht mehr so lief, wie es die Amis gerne gehabt hätten. So errichteten sie fleißig Stützpunkte wie den in Pearl Harbor. Nachdem also klar war, dass es zum Krieg kommen würde, wollte Japan natürlich den Erstschlag ausführen und die Amerikaner empfindlich treffen. Schon alleine weil Amerika bald das Hundertfache an Truppen und Kriegsmaterial (Schiffe, Flugzeuge und so) hatte. Gleichzeitig strebte aber der Admiral wie bereits mehrfach erwähnt den Frieden an. Somit wurde die Idee geboren die mächtigen amerikanischen Flugzeugträger bei Pearl Harbor zu versenken und so den Amerikanern einen heftigen Schlag zu versetzen. Während die japanische Führung auf die Eroberung der Midway-Inseln hoffte und damit auf den Zugang zu wichtigen Rohstoffgebieten, hoffte Isoroku damit die Amerikaner zu Friedensverhandlungen mit Japan zu zwingen. Warum nicht? Prinzipiell, so komisch es auch im ersten Moment klingt, war das keine schlechte Idee. Hätte Japan wie geplant das knappe Dutzend Flugzeugträger gefunden, hätten sie sie definitiv erfolgreich versenken oder zumindest stark beschädigen können. Amerika war bekanntlich absolut nicht auf den Angriff vorbereitet. Und davon hätten sich selbst die Amis nicht so schnell erholt. Blöd nur, dass die Flugzeugträger nicht in Pearl Harbor vor Anker lagen, sondern woanders. Auch hier gibt es übrigens Verschwörungstheorien, dass die Amerikaner vorgewarnt waren. So massiv der angebliche Erfolg der japanischen Marine auch im Heimatland gefeiert wurde: Das Einzige was der Angriff gebracht hatte war, dass Amerika schlagartig dem Zweiten Weltkrieg beitrat und einen immensen Hass auf die Japaner entwickelte. Ja, Hitler war natürlich auch ein Ärgernis. Aber der war ganz weit weg. Die paar popeligen U-Boote vor der Ostküste interessierten den durchschnittlichen Amerikaner trotz der vielen Propaganda nicht die Bohne. Das hat sich ja bis heute nicht wirklich geändert. Europa? Here be dragons. Aber nicht nur liegt Japan quasi vor der Haustür, es hatte auch massiv mit dem hinterhältigen Angriff den Nationalstolz verletzt. Und wenn es eins gibt, dass die Jungs und Mädels da drüben bekanntlich nicht mögen, dann wenn sie bloß gestellt werden. Isoroku hielt trotz des Fehlschlags bis zu seinem Tod an seinen Friedensplänen fest. Jede weitere Schlacht, die von den Japanern geplant und durchgeführt wurde, hoffte der Admiral als Verhandlungsmasse gegen die Amerikaner einsetzen zu können. Doch obwohl Japan anfangs tatsächlich erfolgreich waren, wurde aus dem Frieden nichts. Stattdessen begann das Pendel ab Ende 1942 umzuschwenken. Das japanische Volk bekam davon freilich nichts mit. Die Propagandamaschine erzählte weiter von Erfolgen. Der Höhepunkt und damit dann auch der Abschluss des Krieges folgte 1945 als Little Boy Bekanntschaft mit der japanischen Stadt Hiroshima machte und wenig später Fat Man einen Bauchplatscher auf Nagasaki machte. Ihr falls ihr tatsächlich nicht wisst, wo von ich spreche (was traurig wäre): Little Boy war eine Atombombe und Fat Man eine Plutoniumbombe. Was soll das alles? Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum ich euch das alles erzähle. Ganz einfach: Der japanische Kriegsfilm Der Admiral: Krieg im Pazifik ist im Mai endlich auch ungeschnitten in Deutschland erschienen (mit deutscher und japanischer Sprachausgabe). Und wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, geht es um die Geschichte von Admiral Yamamoto Isoroku. Der Film beginnt während der Diskussion um den Dreimächtepakt und endet mit dem Tod des Admirals. Wer allerdings jetzt ein actionlastiges und patriotisches Kriegsepos erwartet, der wird enttäuscht werden.Ja, die wichtigsten Schlachten wie eben die von Pearl Harbor kommen natürlich vor. Sie sind aber nur sehr kurz dargestellt (und sehen dank eher mittelmäßigem CGI nicht so super aus). Stattdessen konzentriert sich der Film voll und ganz auf Isoroku. Mit dem zusätzlichen Effekt, dass die restlichen Charaktere nur ihn unterstützen und selbst eher Flach bleiben. Andererseits ist das auch nicht der Anspruch des Werks von Regisseur Izuru Narushima. Es handelt sich ganz klar um eine Biographie dieser außerhalb von Japan eher unbekannten oder zumindest falsch dargestellten historischen Persönlichkeit. Und in dieser Hinsicht ist der Film sehr gut gelungen. Es ist kein traditioneller Kriegsfilm, es ist definitiv kein Actionfilm und schon gar keine Moralpredig auf die Schrecken des Krieges. Stattdessen ist es ein historisch sehr akkurates und sehr gut besetztes Dokudrama. Allerdings, und das darf nicht unerwähnt bleiben, ist es zwar historisch korrekt in dem was es erzählt. Es kehrt gleichzeitig aber auch den ein oder anderen schwarzen Fleck der japanischen Geschichte gekonnt unter den Teppich und ignoriert anders als beispielsweise Tora! Tora! Tora! die amerikanische Perspektive völlig. Das funktioniert natürlich ein Stück weit, weil Isoroku der Marine angehört und der Pazifikkrieg wie auch der im Atlantik im Vergleich zu den Kriegsverbrechen zu Lande relativ sauber war. Es bleibt aber ein Negativpunkt. Bagdadsoftware meint: Von mir erhält der Film weil er im Vergleich zu einem Panzerschiff: Graf Spee oder Tora! Tora! Tora! nicht ganz so ausgereift ist. Das liegt zum einen an den schlechten CGI-Effekten, vor allem aber wie im letzten Absatz erwähnt an der trotz aller historischen Korrektheit vorhandenen Einseitigkeit des Films. Was mich nicht stört, ich aber dennoch noch einmal explizit betonen möchte, ist die Dialoglastigkeit des Werks. Wie erwähnt dürft ihr keinen Actionfilm erwarten, sondern euch auf ein biographisches Dokudrama einstellen. Wen das allerdings nicht stört und wen der Pazifikkrieg beziehungsweise die Person Isoroku grundsätzlich interessiert, dem kann ich es nur empfehlen den Film mal anzuschauen. Es ist aber kein Werk, dass man sich jetzt einfach so mal reinzieht wie einen Film von Michael Bay oder so. Dafür ist er schlicht zu trocken und für einen Großteil der Zuschauer zu uninteressant. |
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Verfasst von Christoph "Sicarius" Hofmann Am 17.06.2013 um 00:00 Kategorien: Bücher, Filme & mehr |
Es gibt wohl tatsächlich Leute, die sehnen sich zurück zur guten alten Zeit der TV-Serien. Was damit gemeint ist? Jede Folge ist in sich abgeschlossen und es gibt keine richtige zusammenhängende Geschichte abseits der ein oder anderen Doppelfolge und mal einer Erklärung für einen Cast-Wechsel. Selbst ein Staffelfinale mit Cliffhanger, wie wir es heute kennen, haben viele der älteren Serien nicht.Natürlich hat dieses Fehlen einer echten Storyline einen ganz klaren Vorteil: Man kann einfach einschalten, wenn die Sendung im Fernsehen kommt und muss keine Angst haben nichts zu verstehen oder gar gespoilert zu werden. Schaut mal eine Episode von Staffel 3 von Game of Thrones ohne vorher die ersten beiden Staffeln gesehen zu haben. Das ist nicht unbedingt ein großer Spaß Selbstbestimmung! Heutzutage bestimmt nicht mehr der TV-Programmmanager wann ich eine Folge schaue, sondern ich selbst (zumindest in Ländern, in denen Hulu, HBO, Netflix & Co. zur Verfügung stehen *grml*). Und dank der Popularität von DVD-/Bluray-Sets muss ich als Zuschauer eben nicht mehr über 24-30 Wochen verteilt meiner Lieblingsserie folgen, sondern mache einen auf JakillSlavik und schaue mir die komplette Staffel an einem Wochenende an. Entsprechend ist es heutzutage schlicht einfacher geworden einer durchgängigen Geschichte zu folgen. Was natürlich auch den Vorteil für die Produzenten hat, dass sie gerade mit Cliffhangern gezielt arbeiten können und so die Zuschauer bei Laune halten. Gleichzeitig gehören diese dämlichen Clip-Sendungen (eine Folge, die im Prinzip aus Flashbacks beziehungsweise recyceltem Material besteht) vor der letzten oder den letzten beiden Folgen, die vor allem in den 90igern so beliebt waren, ziemlich der Vergangenheit an. Gott, sind die immer eine Zeitverschwendung. Außerdem erlauben zusammenhängende Geschichte mehr Freiheiten bei der Erzählung. Ein The Shield oder The Wire würde mit Einzelepisoden nicht funktionieren. Die These Ich bin also definitiv ein Fan des aktuellen Trends zur zusammenhängenden Serie inklusive der großen Gefahr, dass sie entweder frühzeitig eingestellt wird (Deadwood *sniff*) oder plötzlich Mist ist (Heroes Staffel 2, ich schau dich an). Und ich finde auch, dass es einigen älteren Serien äußerst gut getan hätte, wären sie diesem Format auch gefolgt. Batman (1966-1968), Columbo (1968-1978, 1989-2003), oder Mission: Impossible (speziell die 1988-1989-Serie) beispielsweise hätten etwas mehr zusammenhängende Struktur und damit auch interessante Geschichten sehr gut getan. Aber auch heutzutage zum Beispiel die ganzen Crime-Dramas wie alles wo NCIS oder CSI draufsteht. Jede Folge dasselbe Format wird auf Dauer einfach langweilig (ja, ich hänge bei Staffel 8 von NCIS fest Der Beweis Case and Point: Star Trek: Deep Space Nine und Star Trek: Enterprise. DS9 wurde erst so richtig gut, als die Sache mit dem Dominion Mitte Staffel 2 startete und dann direkt am Anfang von Staffel 3 die USS Defiant an der Station andockte. Oder will hier jemand ernsthaft behaupten, er erinnert sich noch an das, was in Staffel 1 passiert beziehungsweise kann eine gute Folge abseits vom Piloten daraus nennen? Eben. Bei Star Trek: Enterprise gab es zwar von Anfang an die Sache mit dem Temporal Cold War, die dann schlussendlich auch zur Reise in den Delphic Expanse ab Staffel 3 führte. Doch in den ersten beiden Staffeln war der Bogen viel zu groß. Zwischen den wirklich interessanten Episoden, welche die Hauptgeschichte vorantrieben, waren die One-Offs, die entweder reinen Fanservice darstellten ("hier schaut, deswegen ist das in Star Trek: The Next Generation so und so") oder auch wieder dem Monster-of-the-Week-Format folgten. Als dann der Richtungswechsel stattfand, wurde die Serie schlagartig besser -- zumindest bis zum absolut grottigen Finale. Dann doch lieber einen Cliffhanger wie bei Deadwood, der wegen der Einstellung der Serie nie aufgelöst wird. Aber das ist ein anderes Thema Epilog Natürlich verlange ich jetzt nicht, dass jede Serie grundsätzlich eine zusammenhängende Geschichte besitzt, die mich über alle Staffeln hinweg bei der Stange hält und schon gar nicht vollständig auf alleinstehende Episoden verzichtet wie beispielsweise ein Spacecenter Babylon 5, The Wire oder eben Game of Thrones. J.A.G. hatte beispielsweise ein ganz gutes Mittelmaß gefunden, wie ich finde. Und vor allem im Comedy-Bereich lassen sich sicherlich auch weiterhin gute Argumente für reine Einzelepisoden finden, die maximal am Anfang und Ende einer Staffel etwas Zusammenhang haben. Bei Cartoons und im Kinderfernsehen sowieso. Zwar wäre es sicherlich auch interessant mal eine durchgehende Staffel von Die Simpsons zu sehen, aber der Anspruch der Serie ist einfach ein ganz anderer. Da reicht das bisschen Kontinuität, dass sich über die Jahre automatisch eingeschlichen hat völlig aus. Ich gehöre aber ganz klar zu der Gruppe von Leuten, die sich die "gute" alte Zeit definitiv nicht mehr zurückwünscht. Ich finde es gut, dass sich die Fernsehlandschaft angepasst hat. Was ich mir stattdessen wünsche ist es Produzenten, die den Mut haben selbst bei erfolgreichen Serien auf ihrem Höhepunkt "Stop" zu sagen und sie anständig auslaufen zu lassen anstatt sie auf Biegen und Brechen in die Länge zu ziehen bis sie eingestellt werden und dann gar kein richtiger Abschluss mehr möglich ist oder zumindest der Weg dahin aufgesetzt/gezwungen wirkt. Hab‘ ich heute schon Staffel 8 von 24 erwähnt? Nein? Okay Und damit verabschiede ich mich bis Donnerstag! |
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Verfasst von Christoph "Sicarius" Hofmann Am 02.05.2013 um 00:00 Kategorien: Spiele, Branche, Bücher, Filme & mehr |
Ich muss wirklich langsam aber sicher mal zu Pötte kommen mit der Kickstarter-Nachlese. Sonst werden wir ja nie fertig. Wobei derzeit nur noch ein Kickstarter offen ist. Gibt es vielleicht dann endlich mal eine Pause? Vermutlich nicht. So weit war ich schon einmal, dann starteten innerhalb von wenigen Wochen wieder ein paar hochkarätige Projekte, die ich natürlich unter allen Umständen unterstützen musste. Welche das waren? Nun, soweit sind wir noch nicht. Heute stehen stattdessen diese 13 Kickstarter im Fokus:
![]() ![]() ![]() ![]() So viel also erst einmal wieder dazu. Am Montag erwartet euch an dieser Stelle mit 99%iger Wahrscheinlichkeit endlich die langangekündigte siebte Ausgabe von Christoph spielt mit Star Trek. Und wenn die Technik mitspielt (= die Spiele laufen), kommen die Folgen 8 (Far Cry 3: Blood Dragon) und 9 (Mars: War Logs) direkt danach. Werde heute mal wieder einen Aufnahmemarathon machen |
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Verfasst von Christoph "Sicarius" Hofmann Am 15.04.2013 um 00:00 Kategorien: Artikel, Bücher, Filme & mehr |
| Vor fast genau sechs Jahren habe ich euch an dieser Stelle erzählt gehabt welche Spielzeitschriften ich abonniert habe und warum. Doch die Zeit vergeht. Magazine werden eingestellt, Redaktionen ausgewechselt und, noch viel wichtiger, mein Geschmack verändert sich. Vor allem letzteres hat dazu geführt, dass ich von den fünf genannten Zeitschriften keine einzige heutzutage mehr lese. Grundsätzlich lässt sich nämlich sagen, dass mich diese Art der Spieleberichterstattung mit ihren Vorschauen und ihren Tests mittlerweile absolut überhaupt nicht mehr interessiert -- und zwar sowohl offline als auch online und egal in welcher Form (RockPaperShotgun-Flapsig oder GameStar-ernst). Ich schau mir höchstens bei The Escapist oder Gametrailers ein paar Videos an und blicke hin und wieder Total Biscuit über die Schulter. Das war es aber dann auch schon. Achievement Hunter, Zero Punctuation und wie sie alle heißen konsumiere ich zur Unterhaltung und nicht, um mich ernsthaft über einen Titel zu informieren. Nur wenn ich mir tatsächlich unsicher bin, also meist bei einem Titel, den ich nicht ganz so gut einschätzen kann oder kenne, dann lese ich selbstverständlich auch mal die Testberichte. Einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen und durchaus sogar dann auf Basis dessen eine Kaufentscheidung zu treffen. Aber abseits davon bin ich mittlerweile zu der Sorte von Leser geworden, die höchstens noch die Wertung anschaut. Total ignorant Nein, so wirklich rational begründen kann ich das nicht. Ich vermute es ist so eine Mischung aus "alles schon gelesen" beziehungsweise "nichts mehr Neues für mich, da ich sowieso alle News dazu kenne", "das Spiel liegt eh am Releasetag bei mir im Briefkasten, egal was irgendwer darüber in einem Test schreibt", "auf die Meinung dieses und jenen Redakteurs/Magazins gebe ich sowieso nichts" sowie der schlichten Tatsache, dass mich mittlerweile einfach mehr das Hintergründige (Reportagen, Porträts, Post-Mortems) interessiert. Mir ist natürlich klar, dass es äußerst paradox ist selbst quasi solche Inhalte zu produzieren und dann vehement die Sachen der anderen einfach zu ignorieren. Zumal ein Blick auf das Geschreibsel der Anderen auch einen gewissen Lernfaktor mit sich bringt (was macht der falsch, was macht er richtig, was könnte ich ihm abschauen, etc.). Aber am Ende des Tages stellt sich nun einmal mir genauso wie euch die Frage in was ich meine kostbare (Frei-)Zeit investiere. Und in Sachen Vorschau und Tests lesen ist für mich persönlich die Antwort ganz klar: Zeitverschwendung. Womit wir wieder beim anfänglichen Thema wären: Wenn ich die Magazine von damals nicht mehr konsumiere, was lese ich denn dann derzeit so an Print-Erzeugnissen? Nun, ganz einfach. Diese hier: EDGE (englisch) - Im Prinzip könnte ich hier einfach wiederholen, was ich damals schon zur deutschen Übersetzung gesagt hatte. Nachdem diese leider sehr schnell wieder von Computec eingestellt wurde, bin ich nämlich zum Kauf der englischen Version übergegangen. Mir gefällt an der EDGE weiterhin fast alles und jedes Mal wenn die Mail kommt "Ihr Abo läuft aus, wollen Sie nicht ihr Abo verlängern?" überlege ich da gar nicht lange und hau nochmal zwei Jahre drauf. Da wäre zum einen natürlich die immer noch sehr stylische Aufmachung des Hefts mit seiner Einfachheit innen (viel Freiraum für den Text) wie außen (auf manchen Covern ist nicht einmal das Logo der Zeitschrift auf den ersten Blick sichtbar!). Zum anderen aber selbstverständlich auch das äußerst hohe Niveau des Inhalts.Von den meist sehr interessanten Kolumnen bis hin zu den hervorragenden Reportagen mit Post-Mortems, Studio/Entwickler-Porträts und generell dem Blick auf die Menschen, Tools und Businessseite der Medaille. Hier wird definitiv etwas Besseres geboten in jeder Hinsicht inklusive hochwertigem Papier und jede Ausgabe um die 150 Seiten mit vergleichsweise wenig Werbung und diese dann hauptsächlich für Tools und Entwicklerjobs und weniger für Spiele. Auch die Qualität der Schreibe ist höher als man es vielleicht sonst gewohnt ist, die Autoren werden aber weiterhin nur gesammelt im Impressum angegeben. Ihr wisst also nicht von wem jetzt welcher Text ist. Die Tests überfliege ich allerdings trotzdem meist nur beziehungsweise lese hauptsächlich nur die relativ neu eingeführten Hintergrundartikel (Ein Interview, ein Kommentar, eine Analyse, etc. -- alles jeweils eine Seite nach dem Test). Und das alles für gerade mal sechs Euro (fünf britische Pfund) beziehungsweise aktuell bezahle ich sogar nur fünf Euro pro Ausgabe (inklusive Versand und so drin!). Games Developer Magazine (englisch) - Das Hardcore-Branchenmagazin von Entwickler für Entwickler (die meisten Texte sind von Branchenleuten). Zumindest war es das mal. Mit der Ausgabe Juni/Juli 2013 wird es nämlich nach 19 Jahren leider eingestellt -- sowohl offline als auch die digitale Variante. Geht stattdessen jetzt alles vollständig in Gamasutra über. Die Inhalte gehen also nicht verloren, aber dennoch ist es natürlich wie immer schade so ein Magazin vom Markt verschwinden zu sehen. Das Auszeichnungsmerkmal des Game Developer waren/sind (auf Gamasutra erscheinen sie ja weiterhin) vor allem die umfangreichen und zahlreichen Post Mortems (aktuell unter anderem zu FTL: Faster Than Light und XCOM: Enemy Unknown), die ich auch für meine Porträts immer gerne als Quelle hernehme. Diese sind nicht nur detaillierter als das, was EDGE anbietet, die Artikel stammen auch vom Entwickler selbst. Da kann man noch so viele Interviews führen, das ist einfach eine ganz andere Perspektive. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es Lobeshymnen sind. Ganz im Gegenteil gehen die Jungs schon durchaus kritisch mit sich selbst um.Der Rest der rund 80 Seiten auf typisch amerikanischen Schlabber-Papier ist gefüllt mit Kommentaren über den Status der Industrie, Berichten über aktuelle Trends und auch Tipps & Tricks zu Entwickler-relevanten Themen. Letztere übersteigen dann aber selbst meine Kompetenz, wenn es wirklich tief in die Technik hineingeht (wie programmiert man am besten das und das etc. oder Vorstellungen von Tools). Selbst der Artikel in der aktuellen Ausgabe "Programmer, interrupted" ist schon extrem wissenschaftlich. Darin wird analysiert wie es sich vermeiden lässt seine Coding-Sessions unnötig zu unterbrechen inklusive Erklärungen wie das Gehirn funktioniert, die Unterschiede zwischen den einzelnen Erinnerungsarten und was weiß ich noch. Sicherlich ganz interessant, aber ich verstehe da definitiv nur Bahnhof Making Games (deutsch) - Im Prinzip das deutsche Equivalent zum Game Developer Magazine inklusive dem starken Fokus darauf die Entwickler selbst die Texte schreiben zu lassen. In Sachen Preis (6,90 Euro für 80-90 Seiten) liegt es auch ziemlich gleich auf. Definitiv keine billige Angelegenheit diese Heft, was aber natürlich auch an seinem Nischencharakter liegt. Die Qualität der Themen und Artikel schwankt außerdem ein wenig. In der aktuellen Ausgabe geht es beispielsweise um Let’s Plays, was prinzipiell natürlich aktuell hochinteressant für mich ist. Aber beim Lesen wurde mir dann doch schnell klar, dass das Ganze nicht sehr durchdacht und äußerst oberflächlich ist.Lag vielleicht auch ein Stück weit an der Qualität der deutschen Let's-Play-Szene an sich (die auch kräftig mitgemischt hat bei der Erstellung der Artikel), aber trotzdem fand ich beispielsweise das Kickstarter-Thema in der vorherigen Ausgabe wesentlich besser umgesetzt. Und das ist definitiv ein durchgängiges Problem des Magazins. Es fehlt ihm immer noch an der Konsistenz in Sachen Qualität einer EDGE oder eines Game Developer Magazine. Aber vorerst halte ich ihm weiter die Treue. Schon allein, um es zu unterstützen, dass es in Deutschland so ein Heft gibt. Außerdem kommen speziell natürlich deutsche Entwickler zu Wort, die man in den englischen Heften nur selten vorfindet (Yager Development mit Spec Ops: The Line und Crytek mit Crysis -- und das war’s dann auch schon wieder). Retro Gamer (englisch) – GamersGlobal ist schuld. Bevor die deutsche Ausgabe ins Leben gerufen wurde, kannte ich die englische nicht. Und wäre die deutsche Fassung ein monatliches Heft, hätte ich vielleicht sogar sie abonniert. Aber an einer Übersetzung einer Sammelausgabe der englischen Fassung habe ich dann doch leider kein Interesse und greife lieber zum Original -- inklusive dem britischen Blickwinkel auf die Themen.Für 6,30 Euro (in England 4,99 GBP am Kiosk) gibt’s jeden Monat um die 120 Seiten auf hochwertigem Papier und größerem Format (größer als ein DINA4-Blatt) vollgestopft mit Retro-Themen (logischerweise). Sie berichten zwar auch unter dem Namen "Future Classics" über mehr oder weniger aktuelle Titel, aber das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf Hintergrundberichten und "Tests" zu den mehr oder weniger bekannten Klassikern und der damit verbundenen Hardware. Dazu gehören natürlich auch ausführliche Interviews mit den Leuten dahinter sowie sehr viel Nostalgie von Seiten der Redakteure ("Ich hab' das damals so erlebt:"). Letzteres ist ein zweischneidiges Schwert und kann unter Umständen auch nerven im ein oder anderen Artikel (Hör auf der Vergangenheit nachzuweinen!). Das größere Format des Hefts kommt hingegen bei den Screenshots dann voll zur Geltung. Egal wie Pixelig: Es wird sehr oft ganz groß aufgezogen und dominant in den Vordergrund gestellt, was ich persönlich sehr cool finde. Man muss aber dennoch ganz klar sagen: Das Heft ist was das Layout angeht doch sehr stark überladen und hat auch keinen eindeutigen Look. Stattdessen passt es sich sehr stark den Inhalten an. Das ist nicht jedermanns Sache und auch ich finde es stellenweise äußerst unübersichtlich. Unterm Strich hält es mich aber genauso wenig wie die anderen Negativpunkt nicht vom Lesen ab. Retro (deutsch) - Das Abo läuft nur noch bis Ende Juni. Habe es jetzt doch endlich mal gekündigt. Zu zahlreich sind die inhaltlichen Fehler (angefangen von offensichtlichen Schreibfehlern bis hin zu tatsächlich falschen Fakten), zu Dilettant die Aufmachung und zu oberflächlich die Inhalte. Ja, das Heft stammt von einem kleinen Verlag und wird wohl vor allem von Retrofans mit nicht unbedingt der großen journalistischen Erfahrung produziert. Deshalb habe ich ihm wohl auch so lange die Treue gehalten und über die Probleme hinweggesehen. Aber im Vergleich zur Retro Gamer erwarte ich einfach für 6,95 Euro bei um die 90 Seiten dann doch etwas mehr als nur Großformat und hochwertige Seiten. Zumal das Heft in den letzten Monaten seinem Titel gar nicht mehr richtig gerecht wurde. Was hat zum Beispiel Micky Epic 2: Die Macht der Zwei auf einem Retro-Heft auf dem Cover zu suchen?Das einzige, was das Heft immer noch etwas von der Konkurrenz abhebt sind die Berichte über die Szene an sich. Meist wird ja nur über die Spiele und so berichtet (wobei die Retro Gamer auch einen Blick auf die Home Brew Jungs wirft). In der Retro wurde auch jedes Mal ein Blick hinter die Kulissen geworfen. Was machen die Retrofans derzeit so (LANs, Museen, Events, etc.) und auch was es so an Neuerungen gibt (neue Hardware-Mods beispielsweise). Das ist ganz interessant. Aber für mich reicht das nicht aus, um die dicken inhaltlichen Probleme zu kaschieren. Und das dickste ist schlicht und einfach, dass das Heft zwar den Namen "Retro" trägt aber mittlerweile nicht mehr viel Retro drinsteckt. elektrospieler (deutsch) – Das Abo läuft nur noch bis Ende des Jahres (Kündigungszeitpunkt verpasst...). Stammt vom gleichen Verlag wie die Retro und war das absolute Hype-Heft als es 2009 auf den Markt kam. Die Elite-Blogger waren total begeistert (vermutlich, weil ein paar von ihnen Texte dafür verfassen). Der Fokus sollte auf die Ästhetik der Spiele liegen, sprich großformatige und ganzseitige Screenshots sowie auf einer inhaltlich anspruchsvollen Behandlung der Spiele. Sprich das, was Herr Christian Schmidt sich so sehr in seinem Spiegel Online-Kommentar so wünschte. Entsprechend hab' ich mir letztes Jahr mal ein Abo gegönnt, um zu schauen was es damit tatsächlich auf sich hat.Tatsächlich kriege ich für die fünf Euro (ca. 90 Seiten) nichts anderes als eine Hochglanzbroschüre mit Texten, die sich irgendwo zwischen Test- und bemüht pseudo-philosophischen Erlebnisbericht einordnen. Was daran intelligent sein soll, der Slogan des Hefts ist "Das intelligente Games-Magazin", entzieht sich mir meistens. Hier und da gibt es natürlich schon Lichtblicke je nach Autor, aber da wären wir wieder beim Thema der Konsistenz. Immerhin: Zahlreiche große Bilder mit einem starken Fokus auf Renders und Konzeptzeichnungen gibt es definitiv. Aber für ein Bilderbuch mit Herstellerbildern bezahle ich dann doch nicht unbedingt Geld, wenn es nicht gerade Alice heißt oder einer Collector’s Edition beiliegt. Da schaue ich lieber bei Kotaku und ihrer Fine Art-Ecke vorbei. Das sind also die fünf Magazine, die ich derzeit noch im Abo habe. Dank meiner Abo-Kündigungen und der Einstellungen des Game Developer Magazines bleiben am Ende des Jahres aber nur noch zwei Heft übrig (EDGE und Retro Gamer). Glaube auch nicht, dass da in nächster Zeit noch was hinzukommen wird. Nun aber die Frage an euch: Wie sieht es aus? Kriegt ihr noch regelmäßig ein Stück toter Baum geliefert beziehungsweise kauft es am Kiosk, oder habt ihr dem Thema mittlerweile schon komplett abgeschworen? |
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Verfasst von Christoph "Sicarius" Hofmann Am 28.03.2013 um 00:00 Kategorien: Bücher, Filme & mehr |
Ich gebe offen zu, dass mir die Resident Evil-Filme gefallen. Die Introsequenz von Resident Evil: Afterlife halte ich sogar für eine der besten, die ich jemals gesehen habe. Die Geschichte mag nicht so extrem tiefgreifend sein, aber es ist cool, dass sie alle aufeinander aufbauen. Milla ist hübsch anzusehen und unterm Strich sind sie schlicht unterhaltsam (sprich so in der Region von ). Jeder Fan der Spiele wird mir jetzt zwar nun an den Hals springen, aber deren Vorstellungen eines guten Resident Evil-Films würden sowieso nie funktionieren.Glücklicherweise bin ich mit meiner Ansicht nicht alleine, wie die Einspielergebnisse der bislang fünf Teile zeigen. Vor allem in Japan haben die unter anderem mit deutschen Fördergeldern finanzierten Filme eine große Fangemeinde. Und dank des erhöhten Eintrittsgelds für die 3D-Version und der damit verbunden noch höheren Einnahmen (Teil 5, der jetzt erst in Japan gestartet ist, steht derzeit bei 237 Millionen US-Dollar im Vergleich zu Teil 1 mit "nur" 102 Millionen bei Produktionskosten von mageren 65 Millionen beziehungsweise 33 Millionen US-Dollar), gibt es absolut keinen Grund für Paul W. S. Anderson und seine Frau Milla Jovovich und natürlich auch Capcom damit aufzuhören die Filme zu produzieren. Teil 6 wird entsprechend bereits 2014 in die Kinos kommen. Das "Aber" Nach dieser Einleitung muss ich jedoch eines festhalten: Resident Evil: Retribution (Teil 5) ist der letzte Scheißdreck und kriegt von mir definitiv nicht mehr als . Es fängt schon bei der Geschichte an. Der Cliffhanger von Afterlife wird im Intro ohne Worte und auf billigste Art und Weise (=alle sterben) aufgelöst und Alice in eine Unterwassertrainingsstation von Umbrella verschleppt. Sie muss also dort raus und gleichzeitig versucht ein Team aus Freunden sie aus den Fängen der Red Queen (böse Umbrella-KI) zu befreien. Um die Flucht interessant zu gestalten, gibt es in der Unterwasserstation mehrere Sektionen, welche die T-Virus-/Los Plagas-Infektionen aus den vorherigen Filmen (Racoon City, New York, Moskau, Tokyo) mit (Vorsicht: total einfallsloser Spoiler) Klonen nachstellen. Die Tokyo-Sequenz ist beispielsweise besagtes Intro aus Afterlife. Da müssen sich die Helden dann durchkämpfen (oder durchrennen).Und was macht man, wenn man die Locations vergangener Filme beziehungsweise "Klontechnologie" zur Verfügung hat? Nun, man natürlich nutzt die einmalige Chance, um alte und schon damals völlig irrelevante Charaktere wieder zu beleben und diese gegen Alice und ihre neuen Freunde (inklusive Fanservice-Leuten aus den Spielen) antreten zu lassen. Dann noch ein (taubes) Kind (Aryana Engineer, die auch im echten Leben taub ist, hat wirklich Besseres verdient nach ihrem soliden Debüt in Orphan - Das Waisenkind) dazu gepackt, um Alice die nötige emotionalen Gründe zu geben alleine gegen das Bossmonster anzutreten und schon hat man einen Film, der in sich völlig isoliert ist und die bisherige Geschichte kein Stück weiter vorantreibt. Der Status Quo ist am Anfang der gleiche wie kurz vor dem Cliffhanger, wo natürlich dann plötzlich noch schnell ein Twist eingefügt werden muss, damit man auf dem rauszoomenden Heroshot enden kann. Wie heißt es so schön? Ich hätte gerne meine 96 Minuten Lebenszeit zurück. Es geht noch weiter Wenn der Film wenigstens visuell interessant wäre, wenn schon die Geschichte flacher als ein Uwe-Boll-Werk ist. Aber auch hier machen Anderson und seine Truppe dieses Mal alles falsch, was man falsch machen kann. Die Kämpfe sind so dämlich und uninspiriert (von Choreographie kann keine Rede sein), dass man vor Langweile im Stuhl einschläft, wenn nicht ständig etwas in die Kamera fliegen würde. Selbst in Afterlife wurde diese absolute Unart des 3D-Kinos nicht so extrem eingesetzt wie hier. Gegenstände werden geworfen, Kugeln kommen auf einen zugeflogen -- eben alle Klischees, die ich gehofft hatte, dass sie vielleicht endlich mal der Vergangenheit angehören. Und dafür bezahlt man im Kino auch noch einen Aufpreis! Und lasst mich erst gar nicht vom finalen Kampf gegen Jill Valentine anfangen. Der Film fühlt sich durchweg an wie ein billiger 3D-Action-Titel aus der Zeit der ersten PlayStation. Und wenn es etwas gibt, was eine Spielverfilmung absolut nicht besser macht ist, wenn sie wie ein Videospiel wirkt. Dann doch lieber das Spiel machen und den Film komplett sein lassen. Fazit Wenn ihr also tatsächlich vorhattet Resident Evil: Retribution anzuschauen, dann kann ich euch definitiv nur davon abraten. Dann lieber Resident Evil 6 gespielt oder noch einmal einen der ersten vier Filme angeschaut. Da kann auch das aktualisierte und natürlich wieder eng anliegende Outfit von Milla nichts dran ändern. Da ist eure Zeit unter Garantie besser investiert als diesen elendigen Schrott zu konsumieren. Wir lesen uns in der Osternacht wieder mit dem traditionellen Ostergruß und a m Montag erwartet euch an dieser Stelle ausnahmsweise kein Aprilscherz, sondern voraussichtlich Folge 4 von Christoph spielt mit BioShock Infinite (wenn ich die extremen Nachladeruckler in den Griff kriege -- scheiß Texture Streaming). |
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Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum ich euch das alles erzähle. Ganz einfach: Der japanische Kriegsfilm Der Admiral: Krieg im Pazifik ist im Mai endlich auch ungeschnitten in Deutschland erschienen (mit deutscher und japanischer Sprachausgabe). Und wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, geht es um die Geschichte von Admiral Yamamoto Isoroku. Der Film beginnt während der Diskussion um den Dreimächtepakt und endet mit dem Tod des Admirals. Wer allerdings jetzt ein actionlastiges und patriotisches Kriegsepos erwartet, der wird enttäuscht werden.
weil er im Vergleich zu einem Panzerschiff: Graf Spee oder Tora! Tora! Tora! nicht ganz so ausgereift ist. Das liegt zum einen an den schlechten CGI-Effekten, vor allem aber wie im letzten Absatz erwähnt an der trotz aller historischen Korrektheit vorhandenen Einseitigkeit des Films. 
Es gibt wohl tatsächlich Leute, die sehnen sich zurück zur guten alten Zeit der TV-Serien. Was damit gemeint ist? Jede Folge ist in sich abgeschlossen und es gibt keine richtige zusammenhängende Geschichte abseits der ein oder anderen Doppelfolge und mal einer Erklärung für einen Cast-Wechsel. Selbst ein Staffelfinale mit Cliffhanger, wie wir es heute kennen, haben viele der älteren Serien nicht.
Aber auch heutzutage zum Beispiel die ganzen Crime-Dramas wie alles wo NCIS oder CSI draufsteht. Jede Folge dasselbe Format wird auf Dauer einfach langweilig (ja, ich hänge bei Staffel 8 von NCIS fest 



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Nach dieser Einleitung muss ich jedoch eines festhalten: Resident Evil: Retribution (Teil 5) ist der letzte Scheißdreck und kriegt von mir definitiv nicht mehr als
. Es fängt schon bei der Geschichte an. Der Cliffhanger von Afterlife wird im Intro ohne Worte und auf billigste Art und Weise (=alle sterben) aufgelöst und Alice in eine Unterwassertrainingsstation von Umbrella verschleppt. Sie muss also dort raus und gleichzeitig versucht ein Team aus Freunden sie aus den Fängen der Red Queen (böse Umbrella-KI) zu befreien. Um die Flucht interessant zu gestalten, gibt es in der Unterwasserstation mehrere Sektionen, welche die T-Virus-/Los Plagas-Infektionen aus den vorherigen Filmen (Racoon City, New York, Moskau, Tokyo) mit (Vorsicht: total einfallsloser Spoiler) Klonen nachstellen. Die Tokyo-Sequenz ist beispielsweise besagtes Intro aus Afterlife. Da müssen sich die Helden dann durchkämpfen (oder durchrennen).
Durchgehend oder...